Das Netzmagazin 13.10.2005

 

Helldorado: "The Ballad of Nora Lee" | Glitterhouse / Irascible
One more Whisky, please!

 

 

 

The Ballad of Nora Lee ist die dritte Albumveröffentlichung der norwegischen Band Helldorado aus der südwestlich gelegenen Ölstadt Stavanger. Die Platte: Staubig, dreckig und teils mörderisch.

 

Von Daniela Valentino.

Melancholie, wie wir sie von den Landsmännern Madrugada kennen, macht sich auch auf dieser Platte breit, jedoch mit zusätzlicher Affinität für amerikanische Musikkunst. Helldorado versinken dabei jedoch weder in mexikanischem Gebläse, noch in übertriebenen, lagerfeuerfreundlichen Banjos oder Mundharmonikas. "The Ballad of Nora Lee" gibt sich staubig, trocken und teilweise mörderisch gut. Der Soundtrack für den einsamen Ritt zu Pferde durch den Wilden Westen.

Die Titelballade zu Beginn stösst dir den Dolch schon mal direkt in dein Herz, kennt kein Erbarmen und lässt dich vor den Augen deiner Liebe auf die Knie gehen und dahinscheiden. Dag S. Vagles Whiskey-Stimme flüstert dir schliesslich noch das letzte Wort ins Ohr. Mit dem darauf folgenden Stück "Just like Fire" schaut die ganze Geschichte jedoch schon wieder etwas bodenfester aus. Der Rock'n'Roll spriesst mit saftigen Grashalmen aus dem bis anhin vor Trockenheit gespaltenen Boden, während Strohballen spielerisch über die Weiten der Prärie rollen.

Im ähnlichen Stil nimmt das Album seinen Lauf, mit stetem Grundgerüst von Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang, mal mit mehr oder weniger Trompete, Orgel und Violine. "The Ballad of Nora Lee" ist wohl - so scheint mir - das bisher am meisten an Mexiko ausgerichtete Album der vier Norweger, dafür auch das abwechslungsreichste. Selbst wer kein Freund von Countrystimmung ist, findet hier einige trostspendende Melodien für einsame Stunden.

Live:
11. Oktober 2005, Ziegel Oh Lac, Zürich
13. Oktober 2005, ISC, Bern
14. Oktober 2005, Schüür (Radio 3fach Party), Luzern

www.helldorado.no

 

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